LDZ Salzburg

Bauherr: Land Salzburg

Ort: Salzburg


Zeitraum: 2020 - 2020

Leistungen: Planung

PROJEKTDATEN:

ARGE Kaufmann Haas & Partner Architekten + X ARCHITEKTEN
Partner in charge: Mathias Haas
Team: Andreas Kastenhuber
Team X ARCHITEKTEN: David Birgmann, Max Nirnberger, Elisabeth Etzler

Nutzfläche: 38.200m2
BGF gesamt: 53.250m2
BRI oberirdisch: 167.500m3

Arbeitsplätze: 1.150
Tiefgarage PKW Tellplätze: 250
Fahrradabstellplätze: 400

Wettbewerb: 08-10/2020

Graphiken: ARGE KHSA+X
Fotos Modell: David Birgmann
Text: Mathias Haas

Städtebaulich wird das Volumen als Blockrand mit vier Höfen platziert, wobei die dadurch sich ergebenden vier „Quadranten“ in ihrer Höhenentwicklung spezifisch auf die Umgebung reagieren.

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Typologie

Status

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Landesdienstleistungszentrum Salzburg

Städtebaulich wird das Volumen als Blockrand mit vier Höfen platziert, wobei die dadurch sich ergebenden vier „Quadranten“ in ihrer Höhenentwicklung spezifisch auf die Umgebung reagieren: 

Der südöstliche Hochpunkt Richtung Bahnhof signalisiert Präsenz im städtischen Gefüge zur Hauptzugangsachse, der nordwestliche Tiefpunkt reagiert auf die niedrige und heterogene Bebauungsstruktur im Westen. Zusammenfassend entwickeln die vier Baukörper ich ihrer Höhenstaffelung 3, 5, 7 und 10 Geschoße (wobei die beiden höchsten über die SO-NW-Diagonale aufgespannt werden) unterschiedliche und spannende Ansichten aus sämtlichen Perspektiven. Das Brechen von langen Blockrandfluchten (in Höhe/Länge und Tiefe) berücksichtigt die Maßstäblichkeit des Umfeldes, gleichermaßen entsteht ein signifikanter städtischer Baustein.

Das Einrücken der Sockelzone im Zugangsbereich (in Verlängerung der Achse Fanny-von-Lehnert-Straße) weitet den Kreuzungsbereich auf, die Eingangsfront wendet sich Richtung Südtirolerplatz - insgesamt entsteht ein angemessener (gedeckter) Vorplatz beim Hauptzugang. Von dort führt eine Freitreppe entlang der Kaiserschützenstraße auf die Stadtterrassenebene (südwestlicher Quadrant) und „hebt“ den öffentlichen Raum (Public Space) auf eine zusätzliche Ebene (mit Salzachblick). Ein 3-geschoßiger Einschnitt im Westschenkel des südöstlichen Quadranten von Ebene 3 an vergrößert die Dachebene und bringt Luft- und Lichtumspülung, speziell auch in die beiden Sockelgeschosse des Bürgerservice. 

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2-hüftige Bürostruktur

Die gestaffelten Höhen ermöglichen auch eine einfache und den unterschiedlichen Nutzern zugeordnete Aktivierung der Dachflächen (Ebene 2: öffentliche Stadtterrasse, Freifläche Kinderbetreuung, Außenbereich Restaurant / Ebenen 5 und 7: Dachgärten Büros / Ebene 10 Photovoltaik).

Stadträumlich werden die „öffentlicheren“ Funktionen der Sockelzone (Bürgerservice, Ideenraum, Gastronomie und Konferenz) entlang der Fanny-von-Lehnert-Straße und Kaiserschützenstraße organisiert, die eher „internen“ Bereiche (Ladehof, Poststelle, Lagerflächen) gruppieren sich entlang Elisabeth- und Karl-Wurmb-Straße.

Die internen Büroflächen der Obergeschoße werden als klassische 2-hüftige Bürostruktur über zentrale Kerne erschlossen, wobei der im Achsenkreuz liegende Kern als übergeordneter Hauptverteiler fungieren kann. In der ost-westlichen Mittelachse werden auch immer die Vernetzungszonen gruppiert, dezentrale Kerne ermöglichen kurze Zubringerfunktion für die MitarbeiterInnen (auch aus der Garage) und decken die Fluchtweganforderungen ab. Die Büroflächen können völlig flexibel in Bezug auf Abteilungsgröße und auch Bürokonzept (Zellenbüro, Open Space etc.) organsiert und angepasst werden. Diese klare Struktur sowie immer wiederkehrende Innen/Außenbezüge gewährleisten einfache Orientierung.

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Hybriddeckensysteme

Einsatz von Holz (Hybriddeckensysteme, Holzsandwich in Fassade / Nachhaltigkeitskonzept bei der baulichen Umsetzung (Nutzung lokaler Ressourcen, Verringerung von Transportwegen etc.) / hoher Grad an vorgefertigten Systemelementen reduziert Bauzeit, erhöht bauliche Qualität / Präzision und gewährleistet besseren Um- bzw. Rückbau / Innenhöfe und Dachflächen verbessern mit Fassaden- und Dachbegrünungen bzw. Baumpflanzungen das städtische Mikroklima.

Maximale Nutzung von erneuerbarer Energie (Geothermie, Grundwasser, PV) / Minimaler Transport von aufwendigem Lufttransport / Nutzung von überschüssiger interner Energie (Küche etc.), effiziente Wärmetauschsysteme / diszipliniertes Nutzerverhalten (bedingt planbar, aber lebbar!) / Grauwassernutzung (Pflanzenbewässerung etc.)