RLB Campus 25

Bauherr: Realtreuhand Projekt- und Bauträger GmbH

Ort: Linz


Zeitraum: 2018 - 2019

Leistungen: Planung

Die neue RLB Konzernzentrale wird bewusst im westlichen Bereich des Baufeldes positioniert. Durch eine nur knapp 50%ige Bebauung des Grundstückes entsteht gemeinsam mit den Maßnahmen am Stammhaus und dessen Umfeld eine völlig neue Platzsituation für die RLB, vor allem aber auch für die Stadt und die Stadtbenutzer. Rund 11.000m² neue urbane Platzfläche bilden die Basis und bieten Raum für ein aktives Campusleben am neuen Europaplatz.

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Typologie

Status

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Städtebau

Die Konzernzentrale basiert auf der klassischen Typologie Podium. Diese Typologie aus horizontal und vertikal ist bereits jetzt am RLB-Campus durch das Stammhaus und den Blumautower ablesbar. Die Turmstruktur über dem nördlichen Teil des (2-geschossigen) Sockels bildet ein klares städtebauliches Zeichen als Endpunkt der Goethestraße. Durch diese Konfiguration kann nicht nur eine harmonische Ensemblewirkung mit dem Blumautower und dem Stammhaus, sondern auch eine klare Verbesserung der Anwohner im Westen hinsichtlich Ausblickes und Belichtung geschaffen werden. Die vertikale Turmstruktur ist in drei gestaffelte kubische Elemente, sogenannte „Blox“, gegliedert. Diese Gliederung und unterschiedliche Proportionierung bietet für die Außenwahrnehmung ein abwechslungsreiches elegantes Erscheinungsbild von allen Seiten und bewahrt die Maßstäblichkeit. 

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Architektur

Die neue RLB-Konzernzentrale ist transparent und offen in seiner Kommunikation mit der Stadt und dem direkten Umfeld. Sie vermittelt solide Stabilität gepaart mit selbstbewusstem Auftritt und Blick in die Zukunft. 

Im Sockelbereich fließt der öffentliche Raum über große Glasfronten an den Nord-, Ost- und Südseiten in das Gebäude, der zweischaligen Glasfassade des Turms wird durch integrierte vertikale Lisenenelemente Eleganz und optische Leichtigkeit verliehen. Ein warmer Farbton zwischen Messing und Bronze für die Aluminiumteile vermittelt Wertigkeit und Eleganz. Die Doppelfassade der Bürogeschosse bietet eine Vielzahl an Vorteilen, ua. öffenbare Fenster in großen Höhen, außenliegenden und effizienten Sonnenschutz, große Transparenz und eine thermische Pufferzone. Zusätzlich wird die Tiefe der Doppelfassade genutzt, um die Prallscheiben in unterschiedliche Ebenen zu setzen. So entsteht eine Fassade mit echter Tiefenwirkung und Plastizität. Eine Verbesserung der Luftströmungen durch die Versetzungen ist ein willkommener Nebeneffekt. Die Fassade des Podiums nimmt mit den, entsprechend der dahinterliegenden Funktionen, unterschiedlich dicht angeordneten vertikalen Elemente die Sprache des Turmes auf. 

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Funktion und Organisation

Vor der neuen RLB Zentrale spannt sich der neue Europaplatz auf. Dieser Platz ist als ein urbaner Möglichkeitsraum für die RLB und die Stadt zu sehen. Unterschiedlichste Programmierungen und Nutzung über die gesamte Saison hinweg sind möglich. Maibaumaufstellen im Frühling, Open-Air Konzertplatz mit City-Beach im Sommer, Sturm und Maroni Feier im Herbst und Eislaufplatz im Winter. 

Der Platz bietet genügend Fläche für eine angemessene Vorfahrssituation und eine großzügige zentral gelegene Eingangssequenz in die neue RLB Zentrale. Das Sockelgebäude beherbergt im EG die Sonderfunktionen mit direktem Bezug zur Öffentlichkeit. Im 1 Obergeschoss befinden sich die Zugänge zu Mitarbeiterrestaurants, dem Veranstaltungs- und Konferenzzentrum und Kundenberatungsbereichen. Beide Ebenen sind räumlich und visuell über Atrien und Lufträume miteinander verwoben. Die Dachebene des Sockels wird als Restaurant mit großzügigen und exklusiv für Mitarbeiter zugänglichen Freiflächen aktiviert. Prinzipiell ermöglicht die räumliche Konzeption der Sockelzone eine unkomplizierte Anpassung an sich ändernde Erfordernisse – nicht nur an die geforderten Szenarien innovativ – traditionell – visionär. 

Die Struktur des Bürohauses basiert auf der einfachen Schichtung von „Büro-Gang-Mittelzone-Gang-Büro“. Dieses System bietet über die Geschosse hinweg und durch die Verzahnung der Baukörper eine Vielzahl an unterschiedlichen (auf einer Ebene) zusammenhängenden Büroflächen sowie Grundrisstypologien. 

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Funktion und Organisation

Von der Außenkontur können vier Hauptgrundrissarten unterschieden werden. Mittelgangzonen und normalerweise tief im Gebäude liegende Bereiche werden teilweise geöffnet und mit Treppen verbunden. So entsteht eine vertikale Bürolandschaft im Inneren des Gebäudes. Vernetzung und direkte Kommunikation wird gefördert und gestärkt. Andere Bereiche in den Mittelzonen bieten genügend Raum für konzentriertes und ruhiges Arbeiten ohne Ablenkung. Die Kombination bietet die ideale Basis für einen ausgewogenen Mix aus „formal-office“ und „informal-office“. Bei aller Varianz und Vielfältigkeit der Büroflächen, sind diese optimal tagesbelichtet und gewährleisten höchste Behaglichkeit.

Die Vorstandsebene befindet sich in den obersten Turmgeschossen mit einer exklusiv zugeordneten Dachterrasse.

Die beiden Dachflächen auf den kleineren „Blox“ bieten hochqualitative Außenräume für die Sondernutzungen Fitness und Dachrestaurant. 

Neben internen Verbindungen stehen ausreichend Aufzüge und 3 dezentrale Fluchtstiegen zur Verfügung, welche ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Bei den Aufzugsfoyers wurde besonderer Wert auf direkten visuellen Bezug zur Außenwelt und zum umgebenden Stadtaußenraum gelegt.

Durch die klaren funktionalen Trennungen kann auch in einem Nachnutzungsszenario davon ausgegangen werden, dass die Büroflächen gut verwertet und genutzt werden können.

Verkehrstechnisch wird das Gebäude an der Westseite erschlossen. Sowohl Abfahrt zur Tiefgarage als auch Ladebereich befinden sich in unmittelbarer Nähe des Haupterschließungskerns und lassen gewährleisten kurze und übersichtliche Wege für Kunden und Mitarbeiter.

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Nutzungsszenarien – Flexibilität

Die gewählte Gebäudestruktur, differenzierte Grundrisstypologien, durchdachte Erschließungswege  und eine intelligente Verteilung von Technik- und Sanitäreinheiten lassen eine Vielzahl an Umnutzungen, Entwicklungen und Nutzungsszenarien zu. Das Gebäude passt sich der Nutzung an und nicht umgekehrt. Dieses hohe Maß an Flexibilität war Aufgabe und Grundgedanke des Entwurfes.

Parallel zu einem forcierten Raum- und Funktionsprogramm werden neben dem grundsätzlichen Planungsziel ein omnifunktionales Konzerngebäude zu entwickeln, beispielhaft zwei alternative Nutzungsszenarien geprüft, mitgeplant und konzeptionell dargestellt. 

Ein wichtiges Ziel des Planungsprozesses war, dass diese Umnutzungen baulich sowie wirtschaftlich ungehindert in die Tat umgesetzt werden können. Demnach muss für keiner der beiden Szenarien in die Grundstruktur des Gebäudes eingegriffen werden und können ohne Veränderungen am Traggerüst, Rohbau und Haustechnik realisiert werden. Die geringen baulichen Adaptierungen können als Innenausbau im laufenden Betrieb stattfinden.

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Sicherheitskonzept

Als ständiger Begleiter des Planungsprozesses waren die jeweiligen Sicherheitszonen der einzelnen Nutzungen und Funktionen. Die Bereiche unterschiedlicher Sicherheitszonen können nicht nur baulich voneinander getrennt werden, sondern werden ebenso durch eine logische räumliche Abfolge emotional wahrgenommen. Somit wurden die Sicherheitszonen in erster Linie geschoßweise getrennt.

Das Erdgeschoss ist der Sicherheitszone 1 gewidmet. Lediglich wenn es die Nutzung erfordert, wurden andere Sicherheitszonen, wie Fahrradabstellplätze (SZ1) und auf Grund der Nähe zum Empfang der Schließfach- und Tresorraum (SZ2) im Erdgeschoss situiert. Im Szenario „Traditionell“ findet ein Teil der Kundenberatung (SZ1) ebenso im Erdgeschoß statt, kann dort baulich jedoch abgetrennt werden und findet im 1.Obergeschoß seine Fortsetzung. Dieses Geschoss kann ausschließlich innerhalb der Sicherheitszone 1 genutzt werden. Wiederum kann nach Erfordernis die Gastronomie im 1.OG ausschließlich den Mitarbeitern zugewiesen werden, und findet gleichermaßen als Sicherheitsstufe 2 seine Fortsetzung im 2. Obergeschoss.